Warum Bewegung wirklich die beste Medizin ist

Warum Bewegung Medizin ist

Bewegung ist wichtig, das wissen wir. Doch an der Umsetzung hapert es oft. Mal ist es das Wetter, mal die Arbeit, mal die nächste Party oder auch einfach unsere Bequemlichkeit, die es uns scheinbar unmöglich machen, unsere guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Fitness-Trainerin und Yoga-Lehrerin Madeline “Mia” Miesterfeld liefert gute Argumente, warum wir dennoch öfter die Sportschuhe schnüren sollten.

Inhaltsverzeichnis:

Bewegung: Stärke und Schönheit für unseren Körper
Bewegung als Immun-Booster
Bewegung für mehr Glück und Wohlbefinden
Bewegung als Medikament
Tipps, um mehr Bewegung in dein Leben zu bringen
Video-Empfehlungen

Ein Leben ohne Bewegung wäre nicht möglich. Schon das erste Blinzeln am Morgen ist eine Form von Bewegung. Ja, Bewegung findet sogar ständig für uns unsichtbar im Inneren des Körpers statt – zum Beispiel wenn unser Herz Blut durch die Adern pumpt oder unser Magen Nahrung verdaut. Doch diese unbewussten Bewegungen reichen für unsere Gesundheit nicht aus. Ohne regelmäßige, aktive Bewegung geraten körperliche Funktionen ins Wanken, Stresshormone können nicht abgebaut werden, die Lebensfreude und Zufriedenheit sinkt und unser Gesundheitszustand verschlechtert sich merklich. Umgekehrt hat Sport zahlreiche positive Einflüsse auf unseren Körper und Geist. Aktive Bewegung

  • stärkt unseren Körper und lässt uns gut aussehen
  • pusht unser Immunsystem
  • macht glücklich und steigert unser Wohlbefinden

Schauen wir uns diese positiven Aspekte von aktiver Bewegung einmal genauer an.

Bewegung: Stärke und Schönheit für unseren Körper

Jeder von uns weiß, dass regelmäßige und intensive sportliche Bewegung die Knochen stärkt, Muskeln aufbaut und das Herz-Kreislaufsystem sowie den Blutzuckerspiegel und die Fettverbrennung positiv beeinflusst. Allein zehn Minuten Joggen tragen dazu bei, dass die Pizza von gestern Abend schneller und effektiver verbrannt wird, als wenn wir die zehn Minuten auf dem Sofa verbringen. Sicher ist aber auch, dass wir noch mehr Fett verbrennen, wenn wir längere Sporteinheiten bei moderater Intensität absolvieren. Bei gleichbleibenden Belastungsintensitäten mit einer Dauer von mindestens 30 bis 120 Minuten ohne Pause wird der aerobe Kohlenhydratstoffwechsel aktiviert – das heißt, Nährstoffe werden unter dem Verbrauch von Sauerstoff verbrannt. Zu Beginn der Bewegung greift der Körper also auf die Energie aus den Kohlenhydraten zurück und verbrennt diese. Mit zunehmender Belastungsdauer wird die Energie dann aus dem Fettstoffwechsel bereitgestellt und die Fettverbrennung in Gang gesetzt.

Das große Plus: Bei regelmäßiger Bewegung und zunehmendem Muskelwachstum wandelt sich Omas Sahnetorte auch dann langsamer in Hüftgold um, wenn du nicht gerade Sport treibst, denn Muskeln verbrauchen auch im Ruhezustand mehr Kalorien als Fett. Hierzu empfehlen sich neben dem moderaten Ausdauertraining regelmäßige kurze Krafteinheiten. Dafür musst du auch gar nicht ins Fitnessstudio, um mit Gewichten zu trainieren. Sogenannte Bodyweight-Übungen, also Trainings nur mit dem eigenen Körpergewicht, sind sogar effektiver, da sie meist den ganzen Körper und nicht nur bestimmte Muskelgruppen beanspruchen. Hierzu gibt es auch zahlreiche kostenfreie Apps und Youtube-Videos.

Zusammengefasst: Sportliche Belastungen fördern die Durchblutung deiner Gefäße, es gelangt mehr Sauerstoff in den Körper, das Herz-Kreislaufsystem ökonomisiert sich, der Fettstoffwechsel wird angeregt und deine Muskeln werden kräftiger. Sport ist also essenziell, um deinen Körper stark und schön zu halten.

Bewegung als Immun-Booster

Bewegung für Glück & WohlbefindenRegelmäßiges Sporttreiben stärkt darüber hinaus dein Immunsystem und minimiert deine Krankheitstage. Doch beachte bitte, dass hier nicht die Weisheit „viel hilft viel“ gilt. Besonders zu Beginn ist es wichtig, dass du deinen Enthusiasmus an die eigene Leistungsfähigkeit anpasst. Ungewohnt hohe Trainingseinheiten stressen deinen Körper, wirken sich negativ auf deine Regenerationszeit und somit auch auf dein Immunsystem aus. Laut sportwissenschaftlichen Erkenntnissen tragen zwei bis drei Trainingstage á 30 bis 45 Minuten pro Woche zur Gesunderhaltung des menschlichen Körpers bei. Minimalanforderung wären zwei Ausdauer-Trainingseinheiten bei moderater Intensität in der Woche, um langfristig ein starkes Immunsystem zu erzielen. Als Richtwert für eine moderate Intensität beim Ausdauertraining kannst du mit 60 bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz rechnen.

Sportliche Bewegung kann effektive, körperliche Vorteile wie zum Beispiel Kraft- und Muskelaufbau, ein gesteigertes Lungenvolumen, positive Beeinflussung der Blutfette oder Verbesserung der Herz-Kreislaufprozesse bringen – wenn du deinem Körper auch die Zeit für ausreichend Erholung gibst. Das heißt: Bei intensiven Trainingseinheiten sind mindestens 48 Stunden zur Regeneration ratsam sowie sieben bis acht Stunden harmonischer Schlaf. Eine ausgewogene und bewusste Ernährung mit frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln und ein geringes Stresslevel im Alltag fördern eine schnelle Regeneration.

Sonst wird der Sport selbst zu einem Stressfaktor, der deine Abwehrkräfte schwinden lässt und auf Dauer nicht zur Gesunderhaltung deines Immunsystems beiträgt. Bevorzuge daher moderate Trainingsintensitäten statt körperlich anstrengender und hochintensiver Belastungen. Das Motto: Langsam, aber stetig sporteln. Ideal sind Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren. Nur so stärkst du deine Abwehrzellen gegen unerwünschte Eindringlinge wie Viren oder Bakterien.

Bewegung für mehr Glück und Wohlbefinden

Körperlich gesehen macht Sport fit, lässt uns gut aussehen und hilft beim Abnehmen. Doch wie sieht es mit den psychischen Effekten aus? Warum fühlen wir uns nach dem Sport klarer, motivierter und glücklicher? Verantwortlich für diesen Stimmungs-Booster sind Hormone. Mit dem Beginn jeder Trainingseinheit erhöht sich dein Herzschlag, die Muskulatur spannt sich an und die Atmung wird schneller – eine gesunde Alarmreaktion des Körpers. Sie stammt aus der Steinzeit, als wir noch Jäger waren und mit Flucht oder Kampf auf Gefahren reagieren mussten. Dafür schüttet unser Körper das Protein BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) sowie die Stresshormone Adrenalin, Insulin, Cortisol und Noradrenalin aus. Unser Körper läuft also auf Hochtouren und ist bereit, alles Nötige zu geben, um das Überleben zu sichern.

Nun kommt die Bewegung ins Spiel. Die bereitgestellte Energie und die ausgeschütteten Stresshormone sollen jetzt durch Bewegung abgebaut werden, um den Organismus wieder zu beruhigen. Sportliche Belastungen sorgen dafür, dass Stress abbauende Hormone wie Endorphine und Serotonin ausgeschüttet werden, die wiederum den Körper in Normalzustand versetzen. Ist der Stress nun vorbei und haben wir den Hormon-Cocktail durch Bewegung abgebaut, können wir uns entspannen und der bekannte „Frische-Effekt“ nach dem Sport setzt ein. Wir fühlen uns klarer im Kopf. Denn: Durch die Hormonausschüttung, kurzfristige Energiebereitstellung und gesteigerte Durchblutung des gesamten Körpers wird auch die Gehirndurchblutung verbessert. Dies erhöht unsere Aufmerksamkeit, die Denkleistung und die Entscheidungsgeschwindigkeit um ein Vielfaches.

Bewegung als Medikament

Dank fortschreitender Entwicklung der modernen Medizin altern wir zwar langsamer und können bei einem gesunden Lebensstil ein langes Leben erwarten, das schließt jedoch nicht aus, zu erkranken. Sport und Bewegung sind hier geeignete Werkzeuge im Kampf gegen Erkrankungen. So konnten bereits zahlreiche Studien belegen, dass Sport eine gute Alternative zur medikamentösen Behandlung bei schweren Depressionen ist. Aufgrund der körperlichen Anpassungsmechanismen, die regelmäßige sportliche Tätigkeiten bewirken, fühlen wir uns insgesamt zufriedener, ausgeglichener und gerüstet gegen kleine Hürden im Alltag. Das wiederum stärkt das Selbstwertgefühl, vermittelt Selbsterfahrung durch das Überwinden von Hindernissen und letztlich auch das Selbstbewusstsein. Doch nicht nur das Wohlbefinden steigert sich durch regelmäßige Bewegung. Darüber hinaus gilt Sport als effektives Wundermittel in Sachen Krebstherapie und -prävention. Als begleitende Therapiemaßnahme tragen schon mindestens 30 Minuten moderate Bewegung täglich zur Linderung der Beschwerden bei.

Dabei sprechen wir hier nicht nur von Sport im Fitnessstudio, auch Alltagsbewegungen wie Treppensteigen oder Radfahren gehören dazu. Je mehr körperliche Aktivität wir in den Alltag integrieren, desto besser beugen wir Erkrankungen vor oder zögern einen möglichen Ausbruch hinaus. Davon ausgenommen sind allerdings genetisch bedingte Erkrankungen, aber auch hier ist Sport immer eine gute Wahl für mehr Zufriedenheit und Lebensqualität.

Bewegung ist also mehr als nur Bizeps zu zeigen, komplizierte Choreografien zu beherrschen oder das Hüftgold zu minimieren. Sport erhöht unsere Leistungsfähigkeit, stärkt das Körperbewusstsein und hilft sogar dabei, die Psyche zu stabilisieren. Das alles sind nur einige Gründe, warum wir einer regelmäßigen sportlichen Tätigkeit nachgehen sollten. Die positiven Effekte auf den Körper, Geist und die Seele motivieren einfach, sofort mit dem Training zu starten.

Tipps, um mehr Bewegung in dein Leben zu bringen

  • Finde eine für dich passende Sportart, die nicht nur deine körperliche Fitness verbessert, sondern auch als Gute-Laune-Stifter, Frustabbau-Instrument oder gegen Langeweile funktioniert.
  • Beginne in kleinen Schritten und lasse dich von Rückschlägen nicht entmutigen. Nicht jedes Training läuft gleich, aber jede Form von Bewegung ist besser als gar keine Bewegung.
  • Gleicht deine Motivation jetzt noch immer der eines Faultiers, dann bewege dich doch gemeinsam mit anderen: Ob im Fitness-Studio, mit einer Laufgruppe oder zu zweit im Park – Sport fördert dein Durchhaltevermögen. Und allein gegen den fiesen Schweinehund anzukämpfen macht sowieso selten Spaß.

Also, leg los und nimm die Pille Bewegung – Du wirst es nicht bereuen!

Meine Top-Video-Tipps für einen sanften Einstieg:

Wer an Bewegung denkt, meint damit meistens schweißtreibenden Sport. Mobility-Training/Stretching wird dabei von vielen vernachlässigt. Doch dadurch benötigt der Körper längere Regenerationszeiten. Mit dem Ergebnis, dass der Erfolg der sportlichen Bemühungen länger auf sich warten lässt – wenn die Motivation überhaupt so lange ausreicht. Achte also auf ein Gleichgewicht zwischen Anspannung (Training) und Entspannung!

Yoga ist für mich ein absolutes Allheilmittel. Dieses Video empfehle ich, weil das Manipura – das dritte Chakra – das Zentrum der Energie ist. Ein Ungleichgewicht (Über- oder Unterfunktionen) erhöht das Risiko, an einem Burnout zu erkranken, schwächt das Immunsystem, verursacht Hyperaktivität sowie mentale und/oder physische Schwäche. Eine Yoga-Praxis mit dem Schwerpunkt Manipura bringt deine Energie wieder in Balance.

Madeline Miesterfeld

Madeline Miesterfeld – genannt Mia – hat den Sport zu ihrem Beruf gemacht. Als Fitness-Trainerin und Yoga-Lehrerin setzt sie sich mit aktiver Bewegung und ausgewogener Ernährung, dem Mindful Eating, auseinander. Auf Instagram macht sich Mia auf die Suche nach perfekten Orten für sportliche Trainingseinheiten, nach außergewöhnlichen Food-Trends und tiefsinnigen Herzensangelegenheiten – und nimmt ihr Follower mit zu einer motivierenden Reise in Richtung körperlicher Selbsterfahrung.

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